Triggerpunkttherapie
Hintergrund:
Die myofasziale Triggerpunkttherapie beschäftigt sich mit der
Behandlung des myofaszialen Schmerzsyndroms (MSS). Sie
geht von der Erkenntnis aus, dass ein beträchtlicher Teil der
häufig unspezifischen Schmerzen am Bewegungsapparat in der
Muskulatur entsteht. Ausgelöst durch traumatische
Überdehnung oder eine chronische Belastung von
Muskelanteilen entstehen, durch eine Funktionsstörung des
Bindegliedes zwischen Nervenendigung und Muskulatur, der
sogenannten motorischen Endplatte, extrem empfindliche
Zonen. Diese lokalen Schmerzpunkte, die sogenannten
myofaszialen Triggerpunkte, sind in einem Hartspannstrang
der Skelettmuskulatur meist zu ertasten. Ihre mechanische
Reizung führt oft zu einem Übertragungsschmerz in entfernten
Körperregionen. Durch eine geeignete Therapie lässt sich diese
Pathologie auch nach langer Zeit beseitigen.
Geschichte:
Schmerzhafte Punkte und Knötchen in Muskel und
Bindegewebsstrukturen sind seit Jahrhunderten in der
traditionellen Medizin unterschiedlicher Kulturen immer wieder
beschrieben worden. Die ältesten Beschreibungen von lokal
schmerzhaften Knötchen und Stellen in der Muskulatur findet
man in der chinesischen Schriftenlehre über die Akupunktur.
Heute weiß man, dass viele Akupunkturpunkte mit myofaszialen
Triggerpunkten (MTrP) identisch sind. Schmerzen in der
Muskulatur bzw. in den Weichteilen werden in der westlichen
Medizin seit Mitte des 19ten Jahrhunderts unter vielen
verschiedenen Namen immer wieder beschrieben.
Muskelrheumathismus, Muskelschwiele, Fibrositis,
Fibromyositis, Myofibrositis, Myogelose, Muskelhärten,
Myofasziitis, Neurofibrositis, rheumatische Myalgie und
Myodysneurie sind nur einige Beispiele hiefür.
Therapie:
Sowohl die Anamnese als auch die körperliche Untersuchung
mit herkömmlichen klinischen Tests sind hinweisend auf die
Ursache von Schmerzen. Eine deutliche Verbesserung in der
Diagnostik und Therapie von Schmerzsyndromen aller Art,
stellt die Untersuchung in Kenntnis von myofaszialen
Triggerpunkten dar, weil sie bedeutend spezifischer ansetzt,
und direkt am Schmerzproblem orientiert ist. Für die
spezifische Diagnostik von myofaszialen Schmerzen in der
klinischen Praxis steht an erster Stelle die Palpation und
Dehntestung.
- Die Diagnostik stützt sich auf 5 Kriterien Diagnosekriterien:
- 1. Muskulärer Hartspannstrang
- 2. « Knötchen » auf dem Hartspannstrang mit verstärktem Druckschmerz
- 3. Wiedererkennung des Schmerzes
- 4. Charakteristischer ausstrahlender Schmerz
- 5. Lokale Zuckungsreaktion